Post von Lotti & Finchen

19. Oktober 2016

von

Familie P. aus Brühl hat uns einen netten Brief zu Lotti & Finchen zukommen lassen 🙂

Familie P. berichtet:

Da sich eine unserer beiden Katzen nach 3 Jahren für ein Leben in Freiheit und Unabhängigkeit entschieden hatte, blieb unsere verschmuste Erna als Einzelkatze zurück. Weil sie auf uns den Eindruck machte, ihre Schwester und einen Spielkameraden sehr zu vermissen, entschieden wir uns dazu, zusätzlich eine neue Katze anzuschaffen. Zwar ist Erna sehr scheu und zurückhaltend aber sie so einsam zu sehen, tat uns in der Seele weh. Erfahrungen mit der Zusammenführung von Katzen hatten wir nicht, aber wir wollten es auf jeden Fall versuchen.
Von der Brühler Samtpfotenhilfe e.V. wurden uns verschiedene Katzen, die zu vermitteln waren und altersmäßig zu Erna passten, vorgeschlagen.


So hatten wir uns u.a. auch Lotti- die Glückskatze- und Finchen -den Professor- angeschaut. Die beiden waren zusammen groß geworden und sollten gemeinsam vermittelt werden. Bei Lotti war es Liebe auf den ersten Blick. Aber da war ja noch Finchen, die uns als „etwas zickig“ vorgestellt wurde. Und in der Tat, sobald man versuchte, sie zu streicheln wurde direkt gefaucht und mit der Pfote gehauen. Das kannten wir bislang gar nicht von unseren Katzen.

Dennoch irgendetwas hat uns dazu bewegt, es mit den Beiden zu versuchen. Ein bisschen mulmig war uns schon zumute, denn es sollte ja dem Wohle Ernas dienen. Wie würde sie wohl reagieren? Aber wir dachten, nun da kann sie sich aussuchen, ob sie mit Lotti schmusen oder mit Finchen spielen will. Ist doch gut, wenn die zwei so verschieden sind.
Voller Vorfreude kauften wir einen zusätzlichen Kratzbaum, Katzentoiletten, Fressnäpfe, Futter etc. Dann kam endlich der Tag, an dem wir die zwei abholen und zu uns nach Hause holen konnten. Die Heimfahrt war ein einziger Katzenjammer. Aber es ging ja in ein schönes großes, neues zu Hause. Nur wussten die beiden das ja noch nicht.
Der Plan war, Lotti und Finchen die ersten paar Tage in einem eigenen Raum zu lassen, damit die Katzen sich erst einmal gegenseitig an den Geruch gewöhnen können.
Pläne sind jedoch da, um durchkreuzt zu werden, haben die zwei sich wohl gedacht, und in der ersten Nacht so einen Radau veranstaltet, dass wir uns entscheiden mussten, die Türe auf zu machen, wenn wir überhaupt noch etwas Schlaf finden wollten.
Ohje, die ersten Tage mit 3 Katzen waren wohl für alle – uns eingeschlossen- sehr anstrengend. Erna blieb voller Angst unter dem Bett im Schlafzimmer und war nicht zu bewegen, den Raum zu verlassen. Lotti und Finchen haben sich nach einer gründlichen Hausinspektion auf einen Schrank zurückgezogen. Wollte man sich Ihnen nähern, holte nun sogar auch die als ruhig und verschmust beschriebene Lotti mit den Krallen aus. Erst nach ein paar Tagen traute sich Erna aus dem Schlafzimmer in Richtung Freßnapf. Jedesmal gab es ein heftiges Geschrei und Gezanke zwischen ihr und Finchen und Finchen jagte sie sogleich wieder die Treppe rauf Richtung Schlafzimmer. Verzweifelt lugte Erna immer unter dem Bett hervor, ob die Luft rein ist.
Was hatten wir ihr da bloß angetan? Ob es wohl die richtige Entscheidung war? Sollten wir Lotti und Finchen wieder zurückgeben? Es sollte Erna doch besser gehen mit den neuen Spielgefährten. Aber davon waren wir ja weit entfernt. Warum mussten es auch gleich zwei neue Katzen sein? Aber wir wollten nicht aufgeben. Es musste doch möglich sein, dass sich alle bei uns wohl fühlen…..
Erst nach ca. 8 Wochen kehrte allmählich Ruhe ein. Streicheln konnten wir Lotti und Finchen aber immer noch nicht, ohne Gefahr zu laufen, von ihren Krallen erwischt zu werden. Was waren das bloß für Katzen? Offensichtlich hatten sie in ihrem früheren Leben einiges mitgemacht. Es sollte noch einen weiteren Monat dauern, bis sich alle zufrieden und sicher fühlten.

Inzwischen dürfen wir Lotti und Finchen kraulen, was sie offensichtlich genießen, denn sie fangen ganz langsam an zu schnurren. Erna und Finchen respektieren sich gegenseitig und liegen auch -zwar mit großem Abstand- aber immerhin gemeinsam im Bett. Erna und Lotti spielen inzwischen sogar zusammen Nachlaufen.
Es hat lange gedauert und viel Geduld und gutes Zureden gebraucht aber gelohnt hat sich die Beharrlichkeit alle Male. Lotti und Finchen fühlen sich sichtlich wohl in ihrem neuen Zuhause und aus ihrem anfangs noch struppigen Fell ist ein weiches, glänzendes geworden. Und Erna ist wieder die alte Turboschmusekatze. Und das werden die anderen beiden mit der Zeit auch – da sind wir uns ziemlich sicher!

Wir wünschen weiterhin alles Gute 🙂 !

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